Kartäuserkirche

Evangelische Kartause

Erst unter den Franzosen erhielten die Protestanten das Recht auf freie Religionsausübung. Endlich mussten sie ihren Glauben nicht mehr heimlich ausüben und durften in Köln ihren ersten öffentlichen Gottesdienst feiern. Hieran erinnert eine Gedanktafel in der Schildergasse (Bild links). Auch die von Napoleon initiierte Säkularisation hatte für die Protestanten nur positive Folgen. Im Jahre 1802 wurde ihnen die ehemalige Kirche des Antoniterordens zugesprochen: die Antoniterkirche Köln.
Die Kirche des aufgelösten Benediktinerklosters St. Pantaleon wurde 1818 zur evangelischen Garnisonskirche erhoben. Nach Abzug des preußischen Militärs wurde die Pantaleonskirche jedoch 1921 katholische Pfarrkirche und die evangelische Gemeinde im Kölner Süden musste sich nach einer neuen Kirche umsehen. 1922 stimmte sie dem Vorschlag zu, die Kartäuserkirche als Ersatz für St. Pantaleon zu übernehmen. Bis 1928 wurde die Kirche restauriert. Noch im selben Jahr fand der erste evangelische Gottesdienst in der Kartäuserkirche statt. Ein bedeutsamer Wendepunkt in der Geschichte der Kartause, wenn man bedenkt, dass sich die Kartäuser heftig gegen Luther und die Reformation gewehrt hatten.
Die Bombenangriffe von 1945 sparten auch die Kölner Kartause nicht aus: Die Kirche wurde stark beschädigt, das Kapitelhaus völlig zerstört, die Überreste der Kreuzgänge lagen in Schutt und Asche und vom Brüdergebäude blieben nur die Außenmauern stehen. Umfangreiche Restaurierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen standen bevor.
Nach Zeiten der Zweckentfremdung und Zerstörung ist die Kartäuserkirche heute wieder ein Gotteshaus und - ein Ort der Stille.

Blick in den Altarraum

Blick in den Altarraum der Kirche
Foto: Martina Dienemann