Die Kirche
Wer die Kirche durch das kleine barocke Westportal betritt und den Vorraum unter der Orgelempore hinter sich gelassen hat, der blickt in einen hochgeschossen und langgezogen wirkenden Kirchenraum. Typisch für Kartäuserkirchen ist die Einschiffigkeit. Als das Gotteshaus noch den Kartäusern gehörte, trennte ein Lettner den Raum in zwei Teile. Im Osten befand sich der Chor der Priestermönche, im Westen jener der Brüdermönche.
Das Kreuzrippengewölbe wird von hoch sitzenden schmucklosen Konsolen getragen. Flache Rundbogennischen sind unterhalb der Konsolen in die Wände der Längsseiten eingelassen. Sie sind ein Relikt der Barockzeit, in der Wandmalereien die Kirchewände überzogen. Spuren dieser farbenprächtigen Ausmalung haben sich bis heute erhalten. Bei der Restaurierung nach dem Zweiten Weltkrieg strebte man allerdings eine Wiederherstellung des vorbarocken Zustandes an, der von der ursprünglichen Schlichtheit der Kartäuserkirchen zeugt.
Die Westempore diente den Kartäusern als Gästeempore, heute steht hier die Orgel. Hinter ihr durchbricht ein großes, vierbahniges Maßwerkfenster das Mauerwerk.
Ein Merkmal vieler Kartäuserkirchen, das man auch in Köln vorfindet, ist das aus fünf Seiten eines Achtecks gebildete Chorpolygon. Der Chor mit dem Altar ist gegenüber dem restlichen Raum um einige Stufen erhöht. Der Bildhauer Gerhard Marcks, von dem auch die Skulptur des Albertus Magnus vor der Kölner Universität stammt, entwarf 1953 Taufschale und Altar für die Kartäuserkirche. Das bronzene Altarkreuz und die vier Leuchter stammen ebenfalls aus seiner Hand.