Kartäuserkirche

Auflösung der Kartause

Das Jahr 1794 läutete das jähe Ende der Kölner Kartause ein. Die Revolutionstruppen Napoleons besetzten die Rheinlande. Während der zwanzigjährigen Besatzungszeit wurden unzählige Klöster aufgelöst und säkularisiert, so auch die Kölner Kartause. Die Mönche mussten ihr Kloster Hals über Kopf verlassen. 1802 wurde der Kartäuserorden dann offiziell aufgehoben.
Die Franzosen nutzten die Räumlichkeiten der Kartause als Militärlazarett. Nach Übergabe der Rheinlande an Preußen ging das Kloster 1816 in den Besitz der preußischen Militärverwaltung über. Unter den Preußen diente die Kartause weiterhin als Lazarett. Rücksichtslos gingen sowohl Franzosen als auch Preußen mit dem architektonischen Erbe der Kartäuser um: Kirche und Kapitelhaus verwandelten sich in ein Artilleriedepot und mussten sogar als Pferdestall und Wagenremise herhalten. Kapellen und Sakristei wurden zum Geschossmagazin umfunktioniert. Der kleine Kreuzgang wurde bis auf den Südflügel abgerissen, vom großen Kreuzgang blieb nur ein Teil des Nordflügels erhalten, der zusammen mit dem verbliebenen Südflügel des kleinen Kreuzgangs als Lazarettwäscherei diente. Auch die am großen Kreuzgang gelegenen Häuschen der Priestermönche wurden dem Erdboden gleichgemacht.
Als das Militär nach dem Ersten Weltkrieg aus Köln abzog, wurde auch das überflüssig gewordene Militärlazarett in der Kartause geschlossen. Die Reichsfinanzverwaltung - das damalige Finanzamt - bezog das einstige Brüdergebäude der Kartause. 

Engelkapelle, Konsolfigur

Blick durch das Fenster
Foto: Martina Dienemann